Gute versorgte Quartiere - auch im Alter

Ein altes Paar geht Hand in Hand über eine Straße. Sie tragen Rucksäcke.

Seniorengerecht ausstatten und nachrüsten

 

Fruchtbare Strukturen erhalten: Seniorennetzwerke verlässlich und existenzsichernd aufstellen.

Mit ihren 20 Seniorennetzwerken hat die Stadt Nürnberg eine beispielgebende und erfolgreiche Struktur geschaffen, die Begegnung und Teilhabe älterer Menschen in ihren gewohnten Quartieren in Gang bringt und hält. Bürgerschaftliches Engagement und professioneller Expertise bereichern sich in den Netzwerken gegenseitig. Das städtische Seniorenamt und die Diakonie als Träger von derzeit acht Seniorennetzwerken stehen mit großer Überzeugung, ihren fachlichen und finanziellen Mitteln zu diesem breiten und vielfältigen Angebot für ältere Menschen in Nürnberg.

Trotzdem zeichnet sich ab: Unsere Senioren-Versorgungsnetze werden instabiler, in einigen Stadtteilen reißen Löcher. Denn die Kommune kann lediglich einen Teil der Betriebskosten für die Seniorennetzwerke bereitstellen. Das Geld für Mieten und Energie, Getränke, Technik oder Honorare müssen die Netzwerk-Träger selbst mitbringen – woher ist zunehmend Glückssache. Die Nürnberger Senioren-Netzwerke dürfen nicht leise zerfallen! In Partnerschaft mit der Stadt müssen wir dringend nach neuen Finanzierungsmodellen und –wegen zur Sicherung der Seniorennetzwerke suchen.

 

Offene Seniorenarbeit im Quartier intergenerationell denken: Soziale Nahversorgung inklusiv für alle Alters- und Zielgruppen aufstellen.

Stadtteilkoordinatoren und Quartiersbüros, Familienzentren, Kulturläden, Stadtteilläden, Seniorennetzwerke und -Begegnungsstätten – allesamt im Gros von der Stadt finanzierte, aber von unterschiedlichen Ämtern organisierte, quartiersbezogene Anlaufstellen. Jede anders, jede mit spezifischer Zuständigkeit.

Zusammengebracht geht in unseren Stadtteilen manches mehr und effektiver – auch mehr Miteinander unter Nachbar*innen. Deshalb, liebe Kommune: Holt Begegnungs- und Quartiersarbeit raus aus der Ämter-Logik. Verkürzt Vermittlungswege. Fördert systematisch integrierte Treffpunkte und den Ressourcentransfer für und von Anwohner*innen aller Milieus und Altersklassen – analog und digital!

 

Barrieren räumen: Nachbarschaften für alternde oder beeinträchtigte Anwohner*innen umsichtig nachrüsten.

Inklusive Nachbarschaften bewähren sich auch an vergleichsweise einfachen, baulichen Standards: Gibt es ausreichend Bänke auf kurzer Distanz? Sind öffentliche Toiletten ausgewiesen, erreichbar und gepflegt? Sind Läden durch kleine Rampen an ihrer Eingangsschwelle zugänglich für alle? Kleine Veränderungen machen große Unterschiede im Alltag von älteren Menschen – und allen anderen Nachbarn! Die Stadt Nürnberg kann die Kompetenz älterer Menschen in Sachen Barrierefreiheit in den Quartieren bewusster nutzen. Und: Zusammen mit Anwohner*innen kreativ und systematisch nachrüsten.

 

Wege ebnen: Seniorenbezogene Förderprogramme von Land und Bund proaktiv nach Nürnberg holen – mit gemeinnützigen Einrichtungen im Boot.

SeLa; PflegesoNahFör, Gesund.Leben.Bayern; Bauförderprogramme der KfW: Das Spektrum an Förderoptionen und Anlaufstellen für seniorenbezogene Versorgungsvorhaben ist – theoretisch – breit, ändert sich aber auch laufend. Demgegenüber scheitern etliche gemeinnützige und innovativen Versorgungsideen immer wieder an der Finanzierung – oft bereits ganz am Anfang, an Recherche- und Antragsprozessen. Mit proaktiver kommunaler Koordination und Vermittlung könnten gemeinnützige Träger und Bürger*innen hier manche Hürde nehmen. Sie brauchen kommunale Partner als Lotsen und Fachberater*innen auf bundesweitem Förderterrain.