Nürnberg zu einer bürgerfreundlichen Kommune machen, die sicherstellt, dass Menschen leicht und selbstverständlich zu ihren sozialen Rechten und Leistungen kommen.
Der Bundesgesetzgeber verpflichtet unsere Kommune, Menschen umfassend über ihre Sozialleistungsansprüche zu informieren, sie zu beraten und im Sinne der Hilfesuchenden zweckmäßig und zügig durch die Antragsverfahren zu lotsen. Grundsicherung, Wohngeld, Unterhaltsvorschüsse für Alleinerziehende, Familien- und Erziehungshilfen, Unterstützung zum Erhalt der eigenen Wohnung – all das und vieles mehr sind Leistungen, zu denen die Kommune verpflichtet ist. Doch sehr viele Bürger*innen Nürnbergs, denen diese Leistungen eigentlich zustehen, wissen nichts von diesen Hilfen oder sind von den Amtswegen überfordert. Stattdessen stauen sie sich in unseren diakonischen Beratungsstellen – und zwar dann, wenn ihnen ihre existenziellen Probleme bereits über den Kopf gewachsen sind. Die Stadt Nürnberg muss ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht, schneller und bürgernäher werden. Die Diakonie kann nicht laufend als soziale Feuerwehr der Kommune im Einsatz zu sein.
Menschen in belasteten und gefährdeten Lebenslagen proaktiv & präventiv stärken.
Wer laufend unter sozialem oder existenziellen Stress steht, hat keine Kapazitäten sein Leben und Umfeld weitsichtig und proaktiv zu gestalten. Die Stadt Nürnberg kann die persönlichen Lebens- und Gestaltungsräume gefährdeter Menschen aber deutlich erweitern. Sie kann Not stärker präventiv statt reaktiv bekämpfen. Und sie muss frühe Hilfen sicherstellen. Etwa durch präsente Sozialarbeiter*innen am Wohnort, kostenlosen Nahverkehr für Minderjährige oder Sozial- und Gesundheitskioske in angespannten Quartieren.
(Neue) Quartiere konsequent inklusiv und sozial vielfältig entwickeln.
Nürnberg ist vergleichsweise jung und ethnisch wie sozial vielfältig – aber eben nicht überall. Benachteiligte wie kinderreiche Familien, prekär Beschäftigte und alleinstehende Seniorinnen sammeln sich in dichten Mieter-Komplexen. In anderen Stadtteilen bleiben gut abgesicherte Bürger*innen weitgehend unter sich. Wir wissen aber: Die Mischung macht‘s.
Kommunale Stadtentwicklung muss mehr als Wohnungs- und Verkehrsplanung im Blick haben. Sie muss ressortübergreifend agieren und vom Start weg ansässige Bürger*innen und Wohlfahrtsorganisationen vor Ort konsequent in Planungsprozesse einbinden. So baut Nürnberg – statt (neuer) sozialer Brennpunkte – Miteinander-Nachbarschaften auf.
In jedem Stadtteil eine soziale Nahversorgung gewährleisten, die auf Bedarfe und Alltag der Menschen in der Nachbarschaft zugeschnitten ist.
Nürnbergs Stadtteile sind soziodemografisch sehr unterschiedlich. Nürnbergs Sozial- und Hilfelandschaft extrem ausdifferenziert bis undurchsichtig. Das Nürnberger Spektrum an Pilot- und Spezialeinrichtungen wächst laufend und mit ihm die Konkurrenz um begrenzte kommunale Mittel.
Eine innovative und wirksame soziale Infrastruktur braucht verbindliche Indikatoren für Bedarfe und Wirkung in jedem Stadtteil (Sozialmonitoring). Eine wohnortnahe, bedarfsgerechte soziale Grundversorgung von Anwohner*innen muss überall gesichert und durch zugkräftige Spezial- und Modellangebote nachhaltig bereichert werden.
Öffentliche Sozialplanung für Nürnberg muss dafür als ressortübergreifender Prozess mit frei-gemeinnützigen Trägern im Boot etabliert und strukturell verankert werden.